ICOMOS Austria, Österreich

Die Entwicklungen um das sogenannte Heumarkt-Projekt haben nicht nur Wien als UNESCO Welterbestätte in den Mittelpunkt der öffentlichen Debatte gestellt, sondern vor allem in der Bevölkerung Wiens die Frage nach der Bedeutung des Weltkulturerbes aufkommen lassen. Was ist der Herausragende Universelle Wert (OUV), der Wien zu etwas Besonderem und damit zum Weltkulturerbe macht? Welche Änderungen sind möglich und in welchem Umfang? Und wenn ja, wo sind sie innerhalb der Kernzone und der Pufferzone möglich? Gibt es Änderungen, die sogar willkommen sind, solange sie den OUV nicht nachhaltig schädigen? Welche baulichen Maßnahmen sind unter allen Umständen zu vermeiden, da sie den OUV unwiederbringlich zerstören oder schädigen würden? Reicht das österreichische Denkmalschutzgesetz aus, um Wien als UNESCO-Weltkulturerbe zu erhalten? Was kann oder sollen Österreichische Behörden unternehmen, um österreichische Welterbestätten für zukünftige Generationen zu erhalten? Und zu welchem Zeitpunkt oder unter welchen Umständen muss ICOMOS eingreifen, um langfristige Schäden oder gar eine Zerstörung des Welterbes zu verhindern?

Neben der Beantwortung dieser und vieler weiterer Fragen versucht das Team unter der neuen Präsidentschaft von ICOMOS Austria Wege zu finden, um Verfahren und Abläufe zum Schutz unserer Welterbestätten zukünftig zu vereinfachen.

Die Überwachung von Welterbestätten ist aber nicht die einzige Aufgabe von ICOMOS. Die Organisation, einschließlich ihrer 28 internationalen wissenschaftlichen Komitees, engagiert sich für den Schutz des durch Menschenhand geschaffenen Kulturerbes in der ganzen Welt und der Förderung der damit verbundenen theoretischen, wissenschaftlichen, praktischen und wirtschaftlichen Aspekte.